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Externe Laufwerke und Massenspeicher
von Olaf Zimmermann
Externe Laufwerke sind in der Computergeschichte mehr als bloßes Zubehör.
Sie entscheiden darüber, wie Programme geladen, gespeichert, kopiert, archiviert
und heute wieder nutzbar gemacht werden.
In meiner Sammlung bilden externe Laufwerke und Massenspeicher einen eigenen technischen
Schwerpunkt. Sie reichen von einfachen Kassettenrecordern über serielle Datenrecorder
und klassische 5,25"-Diskettenlaufwerke bis zu modernen SD-, CF- und USB-basierten
Lösungen. Gerade an diesen Geräten wird sichtbar, dass Speichern nie nur eine
Nebensache war: Das Speichermedium bestimmte, wie schnell ein Computer benutzbar war,
wie zuverlässig Programme gesichert wurden und wie komfortabel man mit größeren
Datenmengen arbeiten konnte.
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Besonders spannend sind die Laufwerke, die nicht nur aus Mechanik, Motor und Schreib-/
Lesekopf bestehen, sondern eigene Controllerlogik, ROM, RAM, Firmware oder sogar einen
eigenen Prozessor besitzen. Die
Commodore 1541-II
ist dafür das bekannteste Beispiel: Sie ist tatsächlich ein kleiner Computer im
eigenen Gehäuse. Der Commodore 64 sendet Befehle an das Laufwerk, aber das Laufwerk
verwaltet die Diskette mit eigener CPU, eigenem ROM, eigenem RAM und eigenem DOS weitgehend
selbst.
Auch große externe Floppy-Einheiten wie die
Compudata CS-1057-HBQ
aus der Compudata-/Tulip-System-I-Familie zeigen, dass Laufwerkstechnik in der frühen
Business-Computer-Welt oft als eigenständiger Gerätekomplex aufgebaut war: mit eigenem
Gehäuse, eigener Stromversorgung, eigener Elektronik und zwei professionellen
Mitsubishi-M4853-Mechaniken. Solche Laufwerke gehören nicht an den Rand der Sammlung,
sondern erzählen einen wichtigen Teil der Computergeschichte.
Andere Systeme sind technisch anders organisiert. Beim
Doppellaufwerk Apple Disk 5,25"
für meinen Apple II Europlus liegt die besondere Eleganz nicht in einem Prozessor im
Laufwerk, sondern in der sparsamen Disk-II-Controllerkarte, im ROM-Code und in der engen
Verzahnung von Hardware und Software. Daran sieht man gut, dass verschiedene Hersteller
sehr unterschiedliche Wege gingen: Commodore machte die Floppy intelligent, Apple
machte die Verbindung von Rechner, Controllerkarte und Laufwerk besonders schlank.
Zur Speichergeschichte gehören aber auch die einfachen Geräte: die
Commodore-Datasetten,
der
norisdata DR 1535,
der
Atari 1010
und einfache Datenrekorder wie der
Alpha-Tek-Datenrekorder.
Sie zeigen die Zeit, in der Computerprogramme noch als Tonsignale auf Compact-Cassetten
gespeichert wurden.
Eine moderne Ebene bilden Systeme wie
ACA500plus,
APF-MaXed,
Floppy Emu,
Lotharek SD Floppy Emulator / HxC,
PETSD+
oder moderne externe Lösungen für den Commodore 64 und den Amiga 500. Sie sind keine
historischen Original-Laufwerke, aber sie machen alte Rechner heute oft erst wieder
praktisch nutzbar. Wie bei den Retro-Nachbauten spielen auch hier Fan- und Entwicklerkreise,
Foren, Dokumentationsseiten und GitHub-Projekte eine große Rolle: Firmware wird verbessert,
Imageformate werden erweitert, Adapter werden entworfen und Konfigurationen öffentlich
dokumentiert.
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Leiterplatte des Commodore 1541-II mit eigener CPU
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Die folgende Tabelle ordnet die Laufwerke und Massenspeicher alphabetisch nach Gerätetyp
und Systembezeichnung. Besonders hervorgehoben sind Geräte, die durch eigene Controllertechnik,
eigene Firmware oder eigene CPU-Logik über ein einfaches Laufwerk deutlich hinausgehen.
| Gerät / System |
Zugehöriger Computer |
Medium / Technik |
Eigenständigkeit |
Besonderheit in meiner Sammlung |
| ACA500plus |
Commodore Amiga 500 |
CompactFlash, Beschleuniger- und Systemerweiterung |
Kein klassisches Laufwerk, sondern moderne Speicher- und Erweiterungslösung |
Ermöglicht komfortables Booten, CF-Nutzung und moderne Amiga-500-Konfigurationen |
| Alpha-Tek-Datenrekorder |
Universell / verschiedene Heim- und Lerncomputer |
Compact Cassette |
Einfacher Datenrecorder ohne eigene Computerlogik |
Zeigt die einfache, preiswerte Speichertechnik vieler Lern- und Heimcomputer |
| Amiga-500-Systeme, extern |
Commodore Amiga 500 |
Gotek, HxC, externe Disketten- und Image-Lösungen |
Je nach Gerät echtes Laufwerk oder moderner Emulator |
Für Workbench, Spiele, ADF/HFE-Images und praktische Nutzung des Amiga wichtig |
| APF-MaXed |
Atari Portfolio |
CompactFlash, RAM-Erweiterung und internes Hilfslaufwerk |
Moderne Speicher- und Erweiterungslösung für den Portfolio |
Wird in meiner Sammlung als Massenspeicher- und Erweiterungslösung am Atari Portfolio genutzt |
| Apple Disk 5,25" Doppellaufwerk |
Apple II Europlus |
5,25"-Diskettenlaufwerke mit Disk-II-Controllerkarte |
Kein eigener CPU-Kern im Laufwerk; Intelligenz in Controllerkarte und Apple-II-Software |
Zwei originale Apple-II-Laufwerke für Laden, Speichern und Booten am Slot-6-Diskcontroller |
| Atari 1010 Program Recorder |
Atari 8-Bit-Computer |
Kassettenrecorder am Atari-SIO-System |
Kein Laufwerkscomputer; Teil der Atari-SIO-Peripheriewelt |
Typischer Atari-Massenspeicher vor oder neben der Diskettennutzung |
| Commodore-64-Systeme, extern |
Commodore 64 |
IEC-Laufwerke, SD2IEC-artige Lösungen, 1541-kompatible Systeme |
Von einfacher SD-Dateiverwaltung bis zu komplexer Laufwerksemulation |
Moderne Ergänzung zur 1541-II und zur Datasettenwelt |
| Commodore 1541-II |
Commodore 64, VC-20, C128 und weitere IEC-Systeme |
5,25"-Floppy, serieller IEC-Bus |
Eigenständiger kleiner Computer mit 6502-CPU, ROM, RAM und I/O-Logik |
Zwei 1541-II-Laufwerke als klassisches Beispiel intelligenter Commodore-Peripherie |
| Commodore-Datasetten |
Commodore VC-20, C64, C128, Plus/4 je nach Anschluss/Adapter |
Magnetbandkassette |
Kein eigener Computer; motor- und signalgesteuerter Datenrecorder |
Typischer preiswerter Massenspeicher der frühen Heimcomputerzeit |
| Compudata CS-1057-HBQ |
Compudata / Tulip System I |
Externes Doppel-Floppy-System mit zwei Mitsubishi-M4853-Mechaniken |
Eigenständige externe Laufwerkseinheit mit Controllertechnik |
Großes professionelles Doppellaufwerk aus der frühen PC-/Business-Computer-Zeit |
| Floppy Emu |
Apple II, Apple IIc, Macintosh Plus, Macintosh Classic II u. a. |
SD-Karten-basierter Floppy- und Festplattenemulator |
Moderner Mikrocontroller ersetzt historische Laufwerkslogik |
Wichtige Brücke zwischen Apple-Originalhardware und heutigen Diskettenimages |
| Lotharek SD Floppy Emulator / HxC |
Amiga 500, BBC Micro, NKC, Tulip System I und weitere Systeme je nach Anschluss |
SD-Karten-Floppy-Emulator, meist HFE-Imageformat |
Moderner Controller emuliert Shugart-/Floppy-Signale |
Universelles Werkzeug für seltene, empfindliche oder schwer beschreibbare Diskettenformate |
| norisdata DR 1535 |
Commodore-Umfeld / Kassettenbetrieb |
Datenrecorder für Compact Cassette |
Einfaches Bandgerät ohne eigene Dateilogik |
Alternativer Datenrecorder zur klassischen Commodore-Datasette |
| PETSD+ |
Commodore 8296 und Commodore 64 |
SD-Karten-Massenspeicher im Commodore-Umfeld |
Moderne elektronische Speicherlösung mit eigener Firmware; kein historisches mechanisches Laufwerk |
Wird in meiner Sammlung am Commodore 8296 und auch am C64 genutzt |
Fehler sind in einer solchen Auflistung nicht gänzlich zu vermeiden. Ich freue mich über jeden Hinweis.
Kurzbeschreibungen:
- ACA500plus
Die ACA500plus ist kein Laufwerk im klassischen Sinn, gehört aber zu den wichtigsten
externen Speicher- und Systemerweiterungen für den Amiga 500. Sie wird seitlich am
Expansionsanschluss des Amiga 500 betrieben und stellt unter anderem CompactFlash-
Speicher, zusätzliche Startmöglichkeiten, Konfigurationsfunktionen und eine komfortablere
Arbeitsumgebung bereit. Für die praktische Nutzung ersetzt sie viele Funktionen, die
früher nur mit Disketten, Festplattencontrollern oder internen Erweiterungen erreichbar
waren.
- Alpha-Tek-Datenrekorder
Einfache Datenrecorder wie der Alpha-Tek zeigen die niedrigste, aber historisch sehr
wichtige Stufe der Massenspeichertechnik. Sie speichern Programme nicht als Dateien
im heutigen Sinn, sondern als Tonfolgen auf Band. Für viele Lerncomputer, BASIC-Rechner
und kleine Heimcomputer war das die preiswerteste Möglichkeit, Programme dauerhaft
zu sichern. Solche Geräte sind technisch schlicht, aber für das Verständnis früher
Computerpraxis unverzichtbar.
- Amiga-500-Systeme, extern
Beim Amiga 500 spielen externe Diskettenlaufwerke und moderne Emulatoren eine besondere
Rolle. Der Amiga ist stark auf Diskettenbetrieb ausgelegt; Workbench, Spiele und viele
Anwendungen wurden direkt von Diskette gestartet. Moderne Gotek- oder HxC-Lösungen
erlauben den Start von ADF- oder HFE-Images und schonen gleichzeitig originale Disketten
und Laufwerke.
- APF-MaXed
APF-MaXed ist eine moderne Erweiterung für den Atari Portfolio. Sie verbindet
Massenspeicherfunktion über CompactFlash mit zusätzlichem RAM und einem internen
Hilfslaufwerk für Treiber, Dienstprogramme und weitere Software. Damit wird der
Atari Portfolio, der ursprünglich mit sehr begrenztem internem Speicher und speziellen
Speicherkarten arbeitete, wesentlich alltagstauglicher.
- Apple Disk 5,25" Doppellaufwerk für Apple II Europlus
Die Apple-Disk-II-Technik gehört zu den elegantesten und sparsamsten Diskettenlösungen
der frühen Mikrocomputerzeit. Anders als die Commodore 1541 besitzt das Apple-5,25"-
Laufwerk im Laufwerk selbst keinen eigenen Prozessor. Die Steuerung erfolgt über die
Disk-II-Controllerkarte im Apple II, über ROM-Routinen und über die Diskettenbetriebssysteme
DOS 3.3 oder ProDOS. Gerade diese enge Verbindung von Rechner, Controllerkarte und
Laufwerk macht das System besonders interessant.
- Atari 1010 Program Recorder
Der Atari 1010 Program Recorder ist der klassische Kassettenrecorder für die
Atari-8-Bit-Computer. Er wird über das Atari-SIO-System angeschlossen und speichert
Programme und Daten auf Compact Cassette. Er besitzt keinen eigenen CPU-Kern wie eine
intelligente Floppy, ist aber stärker in die Atari-Peripheriewelt eingebunden als ein
ganz gewöhnlicher Kassettenrecorder.
- Commodore-64-Systeme, extern
Neben der klassischen 1541-II gehören auch moderne externe Speichersysteme zum
Commodore-64-Umfeld. SD2IEC-artige Geräte, 1541-kompatible Lösungen und andere
IEC-Speichergeräte machen Programme auf SD-Karte verfügbar. Technisch reicht die
Spanne von einfacher Dateibereitstellung bis zu aufwendiger Laufwerksemulation.
Sie ersetzen die 1541-II nicht vollständig als historisches Objekt, sind aber für
den heutigen Alltag mit dem C64 sehr praktisch.
- Commodore 1541-II
Die Commodore 1541-II ist mehr als ein einfaches Diskettenlaufwerk. Sie ist ein
eigenständiger kleiner Computer mit 6502-CPU, ROM, RAM, I/O-Bausteinen und eigenem
Commodore-DOS. Der Commodore 64 sendet Befehle über den seriellen IEC-Bus, während
das Laufwerk die eigentliche Arbeit an der Diskette selbst ausführt. Dadurch konnte
Commodore viel Intelligenz in die Peripherie verlagern.
- Commodore-Datasetten
Die Commodore-Datasette war für viele Anwender der erste Massenspeicher am VC-20,
C64 oder C128. Sie arbeitet mit normalen Compact-Cassetten, nutzt aber einen speziellen
Commodore-Anschluss mit Motorsteuerung und digitalen Signalen. Im Gegensatz zur 1541
besitzt sie keine eigene Dateilogik und keinen eigenen Prozessor. Die Datasette ist
langsam, aber robust und preiswert. Sie zeigt, wie eng Heimcomputer der frühen
1980er-Jahre mit der damals allgegenwärtigen Audiokassettentechnik verbunden waren.
- Compudata CS-1057-HBQ
Die Compudata CS-1057-HBQ ist eine externe Doppel-Floppy-Einheit aus der
Compudata-/Tulip-System-I-Familie. In ihr arbeiten zwei Mitsubishi-M4853-Mechaniken.
Diese Laufwerke gehören zur professionellen 5,25"-Technik und stehen für eine andere
Welt als die preiswerten Heimcomputerlaufwerke: großes Gehäuse, eigene Stromversorgung,
mehr Mechanik, mehr Elektronik und eine deutliche Nähe zu Büro- und Business-Computern.
- Floppy Emu
Der Floppy Emu ist ein moderner SD-Karten-basierter Laufwerksemulator für Apple-II-
und frühe Macintosh-Systeme. Er kann je nach Betriebsart klassische Diskettenlaufwerke,
SmartPort-Geräte oder Festplattenabbilder ersetzen. Für meine Sammlung ist er besonders
wichtig, weil er die Lücke zwischen historischen Originalrechnern und heutiger
Dateiverwaltung schließt: Diskettenimages können am modernen Rechner vorbereitet
und anschließend direkt an Apple II, Apple IIc oder Macintosh genutzt werden.
- Lotharek SD Floppy Emulator / HxC
Der Lotharek SD Floppy Emulator beziehungsweise HxC ist ein universeller Floppy-Emulator
für viele klassische Computersysteme. Er emuliert die Signale eines Diskettenlaufwerks
und arbeitet häufig mit HFE-Images auf SD-Karte. Dadurch lassen sich Systeme nutzen,
deren echte Diskettenlaufwerke selten, empfindlich oder schwer zu beschreiben sind.
In meiner Sammlung ist er besonders interessant für Amiga, BBC Micro, NDR-Kleincomputer,
Tulip/Compudata und andere Systeme mit speziellen Floppyformaten.
- norisdata DR 1535
Der norisdata DR 1535 ist ein Datenrecorder für die Kassettennutzung im Heimcomputerumfeld.
Er gehört zu jener Klasse von Geräten, die keine eigene Computerlogik besitzen, aber
für das praktische Arbeiten mit frühen Heimcomputern entscheidend waren. Programme
wurden als Tonsignale auf Kassette gespeichert und beim Laden wieder in digitale Daten
zurückverwandelt.
- PETSD+
Der PETSD+ gehört zu den modernen SD-Karten-Massenspeichern im Commodore-PET/CBM-
Umfeld. Er ist kein historisches mechanisches Laufwerk, sondern eine elektronische
Speicherlösung, die den Zugriff auf Programme und Daten über eine SD-Karte ermöglicht.
Besonders gut passt er zu Commodore-Rechnern mit IEEE-488-Umfeld, also auch zum
Commodore 8296. In meiner Sammlung nutze ich den PETSD+ am Commodore 8296 und auch
am Commodore 64.
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